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Versuchter Angriff auf den linken Stadttelladen LUNTE
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und zur Mondiali Antirazzisti 2009
Geschichte der RED ZOMBIES
Im Sommer 1987 geschah es. Eine Gruppe junger Studenten und Tagelöhner traf sich, um gemeinsam das Endspiel im Europapokal der Landesmeister zu sehen.
Bereits während des Spiels wurden immer wieder Bemerkungen darüber gemacht, daß einige dieser jungen Zuschauer früher einmal selbst gespielt hatten, aber letztendlich alle an der Vereinsmeierei des deutschen Fußballsports gescheitert waren.
Schnell war der Entschluß gefasst, sich bei der Sommerliga der Freien Universität anzumelden. Doch dazu musste auch trainiert werden. Man machte als geeignetes Gelände die Neuköllner Hasenheide aus, ein Park vergleichbar mit dem Hyde-Park in London oder dem Central Park in New York ;-)
In häufig wechselnder Besetzung und unter verschiedenen Namen trat das Team immer wieder bei „wilden„ Uni-Turnieren auf dem Großfeld, dem Kleinfeld und in der Halle an. Zwei Dinge wurden zu dieser Zeit bereits deutlich:
Das Team verlor jedes Spiel und keine der SpielerInnen spielte in einem offiziellen Verein. Im Anschluß an den großen Uni-Streik von 1988/89 kam es zu einigen Veränderungen. Neue SpielerInnen kamen hinzu, einige verließen das Team und Berlin. Somit war es unvermeidlich, daß bei einem Hallenturnier der erste Sieg eingefahren werden konnte.
Das steigende politische Engagement außerhalb der Universität und die Unterstützung z.B. des MigrantInnen-Vereins BFC Türkiyemspor, welcher in der Nachwendezeit im Osten Deutschlands immer wieder Zielscheibe faschistischer und faschistoider Gruppierungen werden sollte, sorgte u.a. dafür, dass es in Berlin zur Organisierung antifaschistischer Fußballfans in der A.F.F.I. (Antifaschistische Fußball-Fan-Initiative) kam, an welcher auch SpielerInnen unseres Teams beteiligt waren.
Im Winter 1990 kam es zum letzten offiziellen Uni-Hallenturnier mit unserer Beteiligung. Zum ersten Mal hatten wir eigene Trikots, denn mit einfachsten Mitteln hatten wir rote T-Shirts mit dem Schriftzug „Red Zombies„ versehen. Als dann aufgrund einer Kleinigkeit zwei der vier Feldspieler mit einer 2-Minuten-Strafe belegt wurden und es beinahe zum Spielabbruch kam, wurde gleichzeitig die Legende der unüberwindbaren Abwehr begründet, denn während unser Team in Unterzahl spielte, bekamen wir kein Gegentor eingeschenkt.
Seitdem haben die Red Zombies nie wieder an einem „offiziellen„ Fußballturnier teilgenommen!
1991 wurde zum erstem Mal der Berliner Antifa-Pokal (heute A.F.F.I.-Cup) ausgespielt, bei dem unser Team natürlich nicht fehlen durfte. Der Pokal wird seitdem regelmässig ausgespielt und stellt einen Höhepunkt im Kalender der linken und antifaschistischen Berliner FußballerInnen dar.
Einige unserer MitspielerInnen haben sich seit dem Ende der 80er-Jahre der autonomen Stadtteilarbeit verschrieben, zunächst im „autonomen Krümelladen„ in Berlin-Neukölln und nach dessen Zwangsräumung im Jahre 1991 dann im Stadtteil- und Infoladen „LUNTE„ in dem ihr uns auch jetzt noch nach getaner Arbeit (sprich kicken) Samstags nachmittags antreffen könnt.
Nord-Neukölln ist ein Stadtteil mit einem hohen Anteil an (zum Teil alteingesessener) Menschen mit Migrationshintergrund und wird, auch aufgrund der rassistischen Medienhetze, immer mehr marginalisiert.
Der formulierte Anspruch der „liberalen„ politischen Klasse, Neukölln als multikulturelle Gesellschaft zu definieren, funktioniert nicht, da die hohe Politik zugleich jedwede interkulturelle Aktivität hintertreibt! Jede „Community„ verbleibt unter sich, was im Zuge des zynischen Wortkonstrukts „Parallelgesellschaften„ zu weiterer Ausgrenzung der verschiedenen Ethnien führt.
Somit verwundert es nicht, daß Neukölln heute einer der „sozialen Brennpunkte„ in Deutschland ist. Es kommt im Nord-Neuköllner Stadtteil zur höchsten Arbeitslosenquote der BRD, etwa zwei Fünftel der Bevölkerung lebt auf der Basis von Hartz-4!
Politisch kann dies zur Katastrophe führen, da die rechten, speziell die faschistischen Parteien und Gruppierungen hier ein Mobilisierungs- und Rekrutierungsfeld sehen. Dabei ist es egal, ob dies Menschen mit „deutscher„ Herkunft betrifft oder z.B. türkische und arabische Menschen.
In diesem Rahmen gestaltet sich die linke Stadtteilarbeit ausgesprochen schwierig. Viele der sozial Ausgegrenzten sind oder werden aufgrund fehlender Perspektiven drogenabhängig und sind somit nahezu unberechenbar.
Fußball ist für uns ein Weg und ein Mittel, Menschen verschiedener Ethnien zusammenführen zu können! Nach wie vor ist der „Homeground„ der Red Zombies in der Hasenheide und nach wie vor darf jede und jeder mitspielen, ohne daß rassistische, sexistische, antisemitische Ressentiments dabei eine Rolle spielen. Vielmehr legen wir Wert auf einen solidarischen Umgang, was beim Fußball sehr gut funktioniert.
Wir betrachten uns zwar als Fußball-Fans, was aber in erster Linie das Spiel meint. Wir sind nicht in Fanclubs oder Fangruppen der kommerziellen Geld- und Schuldenmaschinen der Profiligen organisiert, obwohl wir dort auch Sympathien und Antipathien hegen. Wir möchten ein basisorientiertes Fußballspiel, kein Kommerzspektakel mit folkloristischem Fanbeiwerk.
Red Zombies Neukölln gegen Profifussball!
Attacare il razzismo
Für die soziale Revolution!
Short History of RED ZOMBIES
It happened in the summer of '87! Alittle group of young students and daytallers meet each other to watch the European Cup final. During the boring match most of the visitors in this group were talking about their own football careers, which mostly ended, because they had no fun in playing football in german bureaucratic pettiness.
So they decided to take place in a „wild“ Football League, founded by sports students at the „Freie Universität“ at Westberlin. But first they had to practise. The ground for practising was the biggest park at Neukölln, a huge quarter of Berlin, called the „Hasenheide“ (a kind of park like Hyde Park or Central Park.
From this moment on the team took part in a lot of „wild“ tournaments on different pitches (i.e. whole Football-Pitches, little ones or even in the hall). As different as the pitches were the manning of our team, with great fluctuation. But there were two points easily to see:
The team lost almost every match and none of the players were a member in a real Football-Club.
Some changes came due to the „Big Berlin Student Strike“ in 1988/89. Some players left our team and also the city of Berlin, some new players came. So it was unavoidable for our team to win the first match in 1989.
In 89/90 there was a lot going on in Germany, specially in Berlin. The German „Reunion“ came and with it there came a lot of problems with fascists and racists. Most of our players didn't focus their political engagement on university alone, most of us were facing the problems in general. Some of us put their interest in supporting the migrant football-team of BFC Türkiyemspor, which was a target for the East German Right Wing Hooligans and Fascists.
But the Berlin Antifascist Football Supporters organized themselves in the AFFI (Antifascist Football-Fans Organization / Fan means Supporter). A part of this broadly based Organization were players of our team.
In winter 1990 our last participation in semi-official football-sports should happen. It was the first time we called ourselves „Red Zombies“ (Red T-Shirts were painted with stridently looking fonts ;-) ). A bagatelle caused a two-minute-punishment for 2 of our 4 players. But the time, we were short-handed, our rivals couldn't hit the target.
From this moment the legend exists, that our defense is insurmountable. In fact, we didn't shoot a lot of goals all the time, but we don't get a lot of goals against, too!!
As I said, this had been the last „official“ tournament, the Red Zombies took place!
In 1991, the first time the so called „Berlin-Antifascist-Cup“ took place, which, of course, the Red Zombies couldn't miss. This Cup Tournament still exists, this year it has been the 15th anniversary. So it is a very important happening for all Antifascists and left-wing-footballers in Berlin.
Some of our players are engaged in independant political work for the people of our quarter. Since the later Eighties we've had an autonomous social & political centre, called the „Krümelladen“. This centre was cleared in summer 1992 by the police. From winter '92 we found a new home in „Stadtteil- & Infoladen LUNTE“ (Lunte means fuse in german), where you can meet us nearly every saturday afternoon, when the work is done (i.e. playing football).
We are from the northern quarter of Neukölln. A high proportion of people living there are migrants (lot of them in 4th or 5th generation). There's a lot of bad and racist agitation in german media against Neukölln. It's becoming a typical „Ghetto-Quarter“.
The liberal political class demands for Neukölln to be one of the multicultural quarters in Berlin, but thwarts every kind of intercultural doings and activities.
Every ethnical community stays on their own. The cynical construction of so called „parallel societies“ is pressing ahead their social marginalisation.
Neukölln is one of the poorest quarters in the whole of Germany. The unemployment rate of Northern Neukölln is almost the highest in Germany. About 45% are on supplementary benefit, perhaps even more!?
This whole situation may lead to a great catastrophe! It's also a place for recruitment and mobilisation for right-wing and fascist groups. For german fascists as well as for turkish or arabian fascists.
So working in a social centre is not easy in such a situation. A lot of these marginalised persons are addicted to drugs and very incalculable (i.e. dangerous).
Our way to get together a lot of different people is playing football. On our homeground (Berlin-Hasenheide) we have a warm welcome for everybody who doesn't show racist, sexist an antisemitical resentment. Far from it! We want to show, that solidarity is the basic principle for us, for football and for life as well!
We are not supporters of one team or club, we want to support the game itself. We are not organized in Supporters-Groups of one of the big, commercial and capitalist clubs of different premier leagues of the world. Some of us do have sympathies and antipathies for different clubs in Germany, but our target couldn't be to support a club in this business part of football. We want a broad-based football, not a commercial spectacle with folcloristic (supporter-)attachments.
Red Zombies Neukölln against Professional Football
Attacare il razzismo
The only solution – Social Revolution!
Kleine Zombie-Galerie
Mondiali Antirazzisti 2009